Wenn ich an meine Ziele als Mensch denke, dann sind diese besonders dadurch geprägt, dass ich das Leben von Menschen positiv verändern möchte. Ich will einen Impact haben, der vielen Menschen dabei hilft, ein besseres Leben zu führen.

Doch irgendwann kommt immer die Frage nach dem Geld und von jetzt auf gleich macht es keinen Spaß mehr. Die fragen die mir die Laune verderben sind immer: „Wieviel Geld muss man verdienen?“, „Wieviel Geld wird für ein Produkt bezahlt?“ oder „Nehme ich einen Job rein für Geld an, obwohl mich der Job unglücklich macht oder verfolge ich meinen eigenen Traum?“.

Es heisst immer: „Geld ist kein Problem, wenn man etwas wirklich will.“, „Ein gutes Angebot wird immer gekauft“ oder „Geld ist das Ergebnis von guter Arbeit“. Und ich glaube auch an diese Grundsätze. Trotzdem steht die Frage nach dem Geld immer an irgendeiner Stelle im Weg und man kommt nicht um sie herum.

Und direkt nach der Frage des Nötigen kommt auch immer die Frage des Möglichen. Die Frage nach den eigentlich unnötigen Wünschen. Die Frage nach dem eigenen Haus, dem schöneren Auto oder dem exotischen Urlaub. Ein innerer Kampf der Vernunft gegen die Gier. Das Ringen von Minimalismus gegen den Wunsch nach Statussymbolen.

Gerne würde ich dem Klischee der Generation Y voll entsprechen und lieber auf Carsharing zurückgreifen, doch das eigene Auto finde ich immer noch reizender. Gerne würde ich mich mit einer kleinen Wohnung zufriedengeben, die obendrein noch weniger Arbeit macht. Trotzdem habe ich das gesellschaftlich geprägte Bild eines Eigenheims im Grünen in meinem Kopf. Gerne würde ich auf unsinnige Anschaffungen verzichten und mir Erfahrungen und Urlaube leisten, doch eigentlich will ich alles davon.

Es ist ein Spagat den es zu schaffen gilt. Ein Spagat zwischen den höheren Zielen und dem eigenen Purpose auf der einen Seite. Und dem gesellschaftlichen Zwängen, dem Druck und den eigenen Konsumwünschen (denen man sich nicht schafft zu entziehen) auf der anderen Seite.

Es ist eine innere Zerrissenheit, wie sie für einen Großteil einer ganzen Generation alltäglich ist. Doch wenigen ist diese Zerrissenheit wirklich bewusst. Sie äußert sich in Unzufriedenheit, mangelnde Leistungsbereitschaft oder häufigem Jobwechsel. Es äußert sich in den Klischees zur Generation Y: „Die Gen Y bringt nichts zu Ende.“, „Die Gen Y ist nie zufrieden und muss immer alles hinterfragen.“ oder „Die Gen Y will immer alles auf einmal, aber nichts dafür tun.“. Es zeigt sich aber auch in Erscheinungen wie massenhaftem Burnout und psychischen Störungen.

Der eigene Zwiespalt nagt an uns und die meisten wissen nicht mit ihm umzugehen. Gerne würde ich dabei helfen, ein größeres Bewusstsein für diese Probleme zu schaffen. So dass jeder seine eigene Situation besser versteht und damit umgehen kann.

 

Über den Autor

Dennis Schenkel ist Unternehmer und Berater mit Fokus auf New Work, Innovation und digitale Transformation. Seit 2013 zählt er zu den führenden Köpfen bei Themen wie Crowdsourcing, Open Innovation und neue Arbeitsmodelle. Dennis fühlt sich in der gegenwärtigen Arbeitswelt selber deplatziert und setzt sich seit 2017 als Initiator von Digital Misfits für ein besseres Verständnis von digitalen Talente und in der Arbeitswelt ein.

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